Lead Discovery Center – von der Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Medikamente
Lead Discovery Center – von der Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Medikamente

Die Lücke zwischen Grundlagenforschung und medizinischer Anwendung schließt seit 2008 das Lead Discovery Center (LDC) in Dortmund, eine Ausgründung der Max-Planck-Innovation GmbH, der Technologie-Transfer-Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft. Im LDC werden die Bereiche Biologie, Medizinalchemie und Pharmakologie mit professionellem Projektmanagement zusammengeführt, um vielversprechende Forschungsergebnisse in die Entwicklung neuer Medikamente zu überführen. Der Schwerpunkt liegt auf Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, neurodegenerativen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bisher nur unzureichend behandelt werden können. Die Finanzierung wird durch verschiedene Quellen gesichert – durch öffentliche Fördergelder ebenso wie durch private Mittel.

Die Max-Planck-Innovation GmbH wurde für ihren herausragenden Beitrag zur Entwicklung des Technologietransfers geehrt. Der Preis wurde am 11. Juni 2008 im Rahmen der dritten IPTEC Konferenz (international Marketplace and Conference for Technology Transfer Professionals) in Frankfurt verliehen.

CDK9-Projekt /Onkologie

Mithilfe einer großzügigen Spende des Unternehmers Dr. Klaus Neugebauer, Gründer der Softlab Group, ermöglichte die Max-Planck-Förderstiftung einem Projekt des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg am LDC einen guten Start. Die Stiftung hatte sich für das Projekt zu einem Engagement von rund € 660.000 verpflichtet. Durch dieses „matching capital“ wurden öffentliche Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in gleicher Höhe gesichert. € 300.000 übernahm Dr. Neugebauer, mit weiteren € 150.000 beteiligten sich die Partner der Kanzlei P+P Pöllath + Partners.

Im Rahmen dieses Projektes konnte eine Leitstruktur im Bereich der Onkologie entwickelt werden, die 2011 erfolgreich an den Pharmapartner Bayer auslizenziert wurde. Die Bayer Pharma AG übernimmt nun die weitere Entwicklung bis zur Marktreife. Derzeit befindet sich das Projekt in zwei klinischen Studien der Phase 1.

CDK7-Projekt

Aus dem ersten von Dr. Klaus Neugebauer und der Max-Planck-Förderstiftung unterstützten Projekt entstand ein weiteres vielversprechendes Projekt zur Weiterentwicklung von hochselektiven CDK7-Inhibitoren. Zielindikationen sind Krebs, Entzündungen und virale Infekte. 2015 konnte auch für diese Leitstruktur ein Lizenzpartner gefunden werden, um sie zusammen mit dem LDC bis in die klinische Entwicklung voranzubringen.

Zielstrukturen zur Behandlung von Entzündungskrankheiten und bestimmter Krebsformen

Durch seine Stiftung fördert Dr. Helmut Storz zusammen mit der Max-Planck-Förderstiftung seit Anfang 2015 zwei neue Projekte am LDC. Beide Partner beteiligen sich mit je € 250.000 pro Projekt.

Das erste der beiden jetzt geförderten Projekte ist ein neuer Wirkstoff zur Behandlung von Entzündungskrankheiten, den das LDC zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik sowie der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung weiterentwickelt. Er adressiert eine Gruppe von Enzymen, so genannte Cyclophiline, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung akuter Entzündungsreaktionen spielen. Durch ein neues, gezielteres Wirkprinzip soll der innovative Wirkstoff unerwünschte Nebenwirkungen bisheriger Cyclophilin-Inhibitoren wie z.B. die Unterdrückung der natürlichen Immunreaktion oder die Schädigungen von Leber und Nieren vermeiden und zudem niedriger dosiert werden können. Das Projekt birgt Potential für die Behandlung von entzündlichen Krankheiten in der Kardiologie und bei Autoimmunerkrankungen.

Das zweite Projekt verfolgt die Hemmung einer hochinnovativen neuen molekularen Zielstruktur zur Behandlung unterschiedlicher Krebsformen, u.a. Brustkrebs und Ovarialkarzinom. In diesem Projekt profitiert das LDC von seinem reichhaltigen Wissen zur Auffindung von neuen Wirkstoffen für diese Enzymklasse und arbeitet eng mit der Forschungseinrichtung Caesar (Center of Advanced European Studies and Research) zusammen, die mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert ist.

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