Personalisierte Depressionsforschung
Personalisierte Depressionsforschung

Es gibt Menschen, die intensiven Stress-Situationen ausgesetzt waren, ohne dass dadurch ihre psychische Gesundheit beeinträchtigt wurde. Bei anderen hingegen reicht eine relativ geringe Stressbelastung, um eine schwere Depression auszulösen. Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie konnten zeigen, dass geringfügige Veränderungen in Schlüsselgenen ausreichen, um bei einem Patienten ein erhöhtes Risiko für Depression hervorzurufen.
Um eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie zu finden, muss zunächst erforscht werden, was das Ansprechen auf eine Therapie bestimmt. Dafür wird das gesamte Genom von Patienten mit Depression und gesunden Kontrollpersonen systematisch analysiert.

Professor Florian Holsboer, Direktor am MPI für Psychiatrie und seinen Mitarbeitern gelang der Nachweis, dass der Transport verschiedener Antidepressiva in das Gehirn genetisch programmiert ist. Das Profil des
ABCB-1 Gens eines Patienten gestattet die Vorhersage, ob er auf ein bestimmtes Medikament gut ansprechen wird oder nicht. „Mit unseren Ergebnissen kommen wir einer personalisierten Therapie für die Depression einen weiteren Schritt näher“, sagt Professor Holsboer.

Die Studie wurde von der Max-Planck-Förderstiftung mit € 750.000 aus privat zur Verfügung gestellten Fördermitteln unterstützt.